Sage Intacct führt die Buchhaltung, doch der Versand von Zahlungen und der Abruf von Kontoauszügen laufen über einen Kommunikationskanal zur Bank. Für die Bankanbindung von Sage Intacct kommen meist drei Optionen in Frage: EBICS, Open Banking (PSD2) und SFTP. Dieser Beitrag vergleicht sie, damit Sie je nach Banken und Organisation wählen können.
Was eine Bankanbindung abdecken muss
Eine vollständige Anbindung arbeitet in beide Richtungen: Versand von Aufträgen (Überweisungen als pain.001, Lastschriften als pain.008) und Empfang von Rückmeldungen und Kontoauszügen (pain.002, camt.052, camt.053, camt.054). Ohne Automatisierung bedeutet das Exporte, manuelle Importe und getrennte Bankportale, mit Mehrfacherfassung und Verzögerungen.
EBICS: der Kanal für Firmenkundenzahlungen
EBICS ist ein standardisiertes Bankprotokoll, das in Deutschland, Frankreich und der Schweiz weit verbreitet ist. Es nutzt Schlüssel oder Zertifikate je Teilnehmer und ermöglicht die Signatur von Aufträgen, auch als verteilte elektronische Unterschrift (VEU). Es eignet sich für regelmäßige Volumina und Situationen mit Mehrfachunterschrift. Die Unterschiede zwischen den Versionen beschreibt EBICS 2.5 vs. 3.0.
Open Banking PSD2: Zugriff per API
Open Banking ermöglicht Kontozugriff und Zahlungsinitiierung per API mit Zustimmung des Kontoinhabers. Es hilft, wenn eine Bank kein EBICS anbietet oder schnell gestartet werden soll. Verfügbarkeit und Umfang hängen von der jeweiligen Bank ab. Den ausführlichen Vergleich finden Sie in Open Banking PSD2 vs. EBICS.
SFTP: Dateiaustausch
Beim SFTP werden Dateien auf einem gesicherten Server abgelegt und abgeholt. Manche Banken bieten ihn weiterhin an, etwa für bestimmte Datenflüsse. Signatur- und Kontrollmechanismen hängen von der Bank ab, daher verdient die Absicherung der gesamten Kette besondere Aufmerksamkeit.
So wählen Sie
- Ihre Bank: Verfügbar ist zunächst der Kanal, den sie anbietet. Prüfen Sie das vor Projektbeginn.
- Das Kontrollniveau: Ist Mehrfachunterschrift nötig, passt EBICS mit VEU oft am besten.
- Die Zahl der Banken: Gruppen mit mehreren Banken kombinieren häufig mehrere Kanäle.
- Einrichtungsdauer: Die EBICS-Teilnehmeranmeldung erfordert einen Initialisierungsschritt mit der Bank.
Anwendungsfälle
- KMU mit einer Bank: Ein Kanal, oft EBICS, genügt.
- Mittelstand und Gruppen mit mehreren Banken: Mischung aus EBICS, Open Banking und SFTP je nach Institut.
- Steuerberatungskanzleien: viele Mandanten mit unterschiedlichen Banken, siehe zentrale Zahlungsabwicklung für Mandanten.
Was Arkaio beiträgt
Arkaio unterstützt EBICS, Open Banking und SFTP sowie die Formate pain.001, pain.002, pain.008, camt.052, camt.053, camt.054 und LCR. Rechnungen werden in Sage Intacct freigegeben; Zahlungsauswahl, Bankübermittlung und Abstimmung erfolgen anschließend in Arkaio, die Buchungen werden nach Sage Intacct zurückgespielt. Für den EBICS-Kanal beschreibt die Seite EBICS-Anbindung für Sage Intacct den gesamten Ablauf. Arkaio ist seit dem 23. September 2026 im Sage-Katalog verfügbar.
Fazit
Einen universellen Kanal gibt es nicht: Die richtige Wahl hängt von Bank, gewünschtem Kontrollniveau und Volumen ab. Entscheidend ist eine automatisierte, sichere und nachvollziehbare Anbindung, unabhängig vom Kanal. Wie das mit Ihren Banken aussehen würde, zeigen wir Ihnen gern in einer Demo.